Archiv der Kategorie 'Medientipp'

Solidarische Landwirtschaft – Filmchen

In den letzten Wochen habe ich mich häufig mit Solidarischer Landwirtschaft beschäftigt. Im Moment schreibe ich an dem Bericht unserer Radtour durch Darmstadts selbstorganisierte Gemüseproduktionsstätten, danach werde ich euch von der Forschungsarbeit einiger Frankfurter Soziologiestudenten berichten. Bis dahin möchte ich euch auf diesen kurzen Fernsehbeitrag hinweisen, der mich gerade erreicht hat. Gezeigt wird u.a. die neue Mainzer Solawi – die haben offenbar ganz schön schnell einen Bauern gefunden! Ich kenne eine SoLaWi, deren vorzeitiges Ende / Zwangspause maßgeblich daran hing, dass sie sich zu schnell mit einem Bauern zusammengetan hat, und so wünsche ich den Mainzern, dass das für alle Beteiligte eine fruchtbare Verbindung wird und lange bleibt!
Den Film findet ihr in der ARD-Mediathek. Viel Spaß damit!

Commonsprojekte in Rhein-Main

Es passiert ein bisschen was in der Region! Hier stelle ich euch vor, was mir in den letzten Tagen so begegnet ist:

Solidarische Landwirtschaft in Mainz

Ende August fand eine Veranstaltung von demeter in Mainz zum Thema „Neue Städter braucht das Land“ statt. Es gab drei Vorträge, unter anderem von Jan-Hendrik Cropp, der in Witzenhausen eine Solidarische Landwirtschaft mitbetreibt und einer der Autoren auf keimform.de ist. Einen ähnlichen Vortrag gibt es hier zum Nachhören und -sehen. Nach der anschließenden Diskussion fand sich eine Gruppe von Menschen zusammen, die eine Solidarische Landwirtschaft in Mainz gründen wollen. Ich zitiere mal vom Blog des Mainzer Gemeinschaftsgartens Freine Krume:

Es gibt seit September 2013 eine Gruppe, die in Mainz eine Solidarische Landwirtschaft aufbauen möchte. Etwa alle 2-3 Wochen gibt es donnerstags um 20 Uhr ein Treffen, das nächste ist für den 7. November geplant. Bei Interesse bitte melden unter: solawi-mz@lists.riseup.net oder 0176-39334943.

Wissensweitergabe – Perspektiven auf die Krise Filmreihe

Die Mainzer Wissensweitergabe lebt wieder auf! Die Initiative ist ein schönes Commons aus der Region: Hier werden selbstorganisiert Wissen und Fähigkeiten geteilt, jede_r kann etwas beitragen und anderen mitgeben, alle können teilnehmen, und das kostenlos. Und wie wir seit der Economics and the Commons Conference im Mai wissen: Every Commons is a Knowledge Commons!
Nun werden Filmvorführungen organisiert, die sich kritisch mit verschiedenen Perspektiven auf den Neoliberalismus auseinandersetzen. Der letzte Film ist einer über ein Vorzeige-Commons: Die venezolanische Kooperative Cecosesola. Entstanden aus einem selbstorganisierten Beerdingungsinstitut ist Cecosesola

heute ein Netzwerk von rund 50 Kooperativen und Basisorganisationen im nordwestlich gelegenen venezolanischen Bundesstaat Lara. Insgesamt hat das Netzwerk rund 20 000 Mitglieder. Gut 1200 arbeiten in Vollzeit in einer der Kooperativen oder für den Dachverband selbst. Dafür erhalten sie einen wöchentlichen Pro-Kopf-Vorschuss auf das erwartete wirtschaftliche Gesamtergebnis des jeweiligen Jahres. Die Kooperativen bieten zum Beispiel Gesundheitsleistungen und Kredite, produzieren Lebensmittel und verkaufen sie auf ihren kooperativen Wochenmärkten. Auch das ­Beerdigungsinstitut existiert noch. (Quelle: Oya)

Die anderen Filme kenne ich alle nicht, sie sind mit Sicherheit aber ebenfalls sehr sehenswert. Das vollständige Programm, und Infos was wo stattfindet, gibts auf dem Blog der Wissensweitergabe.

Frankfurter Beete

Der Blog Frankfurter Beete berichtet über Gemeinschaftsgärten in Frankfurt und ist meine Entdeckung der Woche! Der aktuelle Beitrag beschreibt zum Beispiel einen Besuch beim Griesheimer Bahnhöfsgärtchen. Von einigen der beschrieben Gärten hatte ich noch gar nicht gehört, und so ist der Blog eine tolle Informationsquelle, wie ich finde!

Diese Stadt gehört schon längst nicht mehr uns

Filmtipp: Die Strategie der krummen Gurken

Letzten Sommer hatte ich die Gelegenheit, die Solidarische Landwirtschaft „Garten-Coop“ in Tunsel bei Freiburg besuchen zu können und zwei Tage lang mitzuhelfen. Ich bin heute noch beeindruckt von dem Projekt und der Tiefe, in der hier geplant wurde. So gibt es zum Beispiel in den Farben der Coop angesprühte Fahrräder, die an der Bahnstation Tunsel auf die aus Freiburg anreisenden Mitglieder warten. Diese können mit dem Zahlencode die Räder für den Weg zum Hof und zurück nutzen. Auch dass die Gemüsekisten in Freiburg mit Lastenrädern zu den Verteilpunkten gebracht werden, finde ich großartig. Und von den unglaublich leckeren Tomaten und Melonen will ich gar nicht erst anfangen ;) Natürlich entstehen auch Konflikte und Schwierigkeiten, was die Organisation der Kooperative und das Verhältnis von Hof, Mitgliedern und Anbauteam angeht, aber das ist eben das Drama der Commons – nicht die Tragödie.

Jedenfalls gibt es einen schönen Film über die GartenCoop. Ich hab ihn gerade angeschaut, das kann man hier tun. Auf der Seite kann er auch käuflich erworben werden.

It’s the Commons! Ein Lied, das man öfter mal singen sollte.

The Commons, a song by David Rovics

First you told us only through you could we know God
And if we dared to question, then He wouldn‘t spare the rod
For you we worked the soil, for you we dug the moors
For you we shed our blood and fought so many pointless wars
And now you build your fences and you say there’s nothing we can do
You say the world around us belongs fairly to the few
But about six billion people, no doubt will agree
This world is our home, not your property

It’s the commons, our right of birth
And you who would enclose the land all around the Earth
Our future is your downfall, when we cut this ball and chain
You who‘d sacrifice the public good for your private gain

With our sweat we built the railroads, built cities on these shores
But because you own the money, you say that it’s all yours
We laid the phone lines and the pipelines and then right before our eyes
You say the things our taxes paid for you now will privatize
Privatize the hospitals, privatize the schools
Privatize the prisons for all those who break your rules
And preparing for the day, when all the wells run dry
You say you own the very rain that falls down from the sky

But it’s the commons, our right of birth
And you who‘d own the water all around the Earth
Our future is your downfall, when we cut this ball and chain
You who‘d sacrifice the public good for your private gain

You claim to own the harvest with your terminator seeds
You claim to own the genomes of every animal that breeds
You claim to own our culture and the music that we play
And with each song that we download to your coffers we must pay
You would even own my name and you say it’s for the best
Maybe you‘ll let us on your radio if our songs can pass your test
You own country, you own western, you say you‘ve given us a choice
You may own the airwaves but you‘ll never own my voice

It’s the commons, our right of birth
And you who‘d own the music all around the Earth
Our future is your downfall, when we cut this ball and chain
You who‘d sacrifice the public good for your private gain

David Rovic’s website

ECC Berlin und Vortrag in Mainz heute Abend

Für Kurzentschlossene gibt es heute Abend die Möglichkeit, eine Einführung in Commoning zu bekommen! Um 19Uhr wird Georg im Kreativa einen Vortrag zum Thema halten, danach ist Zeit für Diskussionen und Fragen.

Ich kann leider nicht dabei sein, denn ich bin in die Economics and the Commons Conference eingespannt, die gerade in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin gestartet ist. Gestern gab es schon ein paar Side Events, und seit einer Stunde ist die Konferenz offiziell eröffnet! Donnerstag und Freitag werden viele Diskussionen, Vorträge und Events gleichzeitig stattfinden. Einige davon werden live gestreamt, und ihr könnt sie euch hier ansehen!

Praxis!

Ich finds ja immer toll, wenn man einen Abend lang über alles mögliche quatscht, halb die Zeit vergisst, und dann rückblickend feststellt, die Füße überm Rhein baumeln lassend, dass es einen roten Faden gab, der die Gespräche durchzogen hat. Am vergangenen Mittwoch war in unserer kleinen Gruppe dieser rote Faden die Projekte, die wir kennen oder von denen wir ein Teil sind.
In nicht allen diesen Projekte wird Commoning betrieben – oft hört man ja auch von einem neuen, spannend klingenden Projekt, und muss sich dann erstmal vor Ort mit den Menschen auseinandersetzen, und herausfinden, wie dort Regeln getroffen, Ideen umgesetzt und Gemeinschaffen organisiert wird. Denn nicht eine Rechtsform oder eine Projektart bestimmen, ob wir ein Commons vor uns haben, sondern die Art und Weise, wie die Menschen mit der Ressource und miteinander umgehen. Nicht jeder Gemeinschaftsgarten ist automatisch gemeinschaftlich und nicht jede GmbH ein gewinnorientiertes Unternehmen.
Hier eine unvollständige Liste der Projekte, die am Mittwoch Gesprächsthema waren. Vielleicht geben sie euch ja ein paar Anregungen :) Viel Spaß beim Stöbern!
Unperfekthaus Essen
Gemeinschaftsgarten Feine Krume Mainz
Transition Town Frankfurt
Erfahrungsfeld Schloss Freudenberg Wiesbaden